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EU-KI-Verordnung (AI Act): Was auf kleine und mittlere Unternehmen zukommt

KI im Unternehmensalltag
28 Aug. 2024
3 Minuten Lesedauer
Die Europäische Union hat mit dem AI Act den weltweit ersten umfassenden Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz beschlossen. Die Verordnung betrifft nicht nur große Tech-Konzerne, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Dieser Beitrag zeigt dir, was auf dein Unternehmen zukommt – und wie du dich jetzt vorbereitest.

Was ist der AI Act? – Die EU-KI-Verordnung im Überblick

Der AI Act ist eine EU-Verordnung zur Regulierung von KI-Systemen. Ziel ist es, Verbraucherrechte zu schützen, ethische Standards zu wahren und Vertrauen in KI-Anwendungen zu schaffen. Die Verordnung teilt KI-Systeme in vier Risikostufen ein – von minimalem Risiko bis hin zu verboten.

Für wen gilt die KI-Verordnung? – Relevanz für KMU

Die Verordnung betrifft alle Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, nutzen oder bereitstellen – unabhängig von ihrer Größe. Auch kleine Firmen, die z. B. Chatbots, automatische Bewertungssysteme oder Analyse-Tools einsetzen, müssen sich mit dem AI Act auseinandersetzen. Gerade KMU ohne eigene Rechtsabteilung sollten frühzeitig prüfen, ob ihre Systeme unter die Verordnung fallen.

Was ändert sich durch den AI Act?

Risikoklassen: Wie KI-Systeme eingestuft werden
Der AI Act unterteilt KI-Systeme in vier Kategorien:
  • Unannehmbares Risiko: Verbotene KI (z. B. Social Scoring)
  • Hohes Risiko: Überwachung, biometrische Erkennung, HR-KI etc.
  • Begrenztes Risiko: z. B. Chatbots mit Interaktion
  • Minimales Risiko: z. B. Spamfilter, KI-gestützte Spiele
Dokumentations- und Transparenzpflichten
Je nach Risikokategorie gelten unterschiedliche Anforderungen: Risikobewertungen, technische Dokumentation, Benutzerinformationen und teilweise Registrierungspflichten. KI-Systeme mit hohem Risiko müssen zusätzlich Konformitätsbewertungen durchlaufen.
Weitere Anforderungen
KI-Systeme mit hohem Risiko benötigen ggf. eine CE-Kennzeichnung und müssen den Nachweis erbringen, dass sie verlässlich, sicher und ethisch funktionieren. Auch eine menschliche Aufsicht ist in bestimmten Fällen Pflicht.

So können sich KMU vorbereiten

Erste Schritte zur Compliance
Unternehmer und Anwender sollten jetzt prüfen:

Eine erste Bestandsaufnahme kann helfen, spätere Anpassungskosten zu vermeiden.

Tools und Anlaufstellen

Die EU plant zentrale Kontaktstellen für Unternehmen. Bis dahin helfen spezialisierte Kanzleien, KI-Verbände oder auch Industrie- und Handelskammern weiter. Auch das AI Act Toolbox (geplant für 2025) soll praxisnahe Hilfe bieten.
Beratung & Förderung
Es gibt Förderprogramme für die digitale Transformation, die auch die KI-Compliance abdecken. KMU sollten prüfen, ob sie finanzielle Unterstützung z. B. über go-digital oder EU-Mittel beantragen können.

Fazit: Risiken vermeiden – Chancen nutzen

Der AI Act ist kein Grund zur Panik – aber ein klarer Weckruf. Wer früh handelt, kann nicht nur Risiken vermeiden, sondern auch Wettbewerbsvorteile nutzen. Der verantwortungsvolle Einsatz von KI wird zum Qualitätsmerkmal. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich auf die neue Rechtslage vorzubereiten.

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